Standesamt – Alles was du wissen musst

Das Standesamt – an dem kommt keine(r) vorbei!

Während manche ausschließlich die standesamtliche Trauung zelebrieren und eine kirchliche oder freie Trauung ablehnen, ist das im umgekehrten Fall nicht möglich.

1 – Reservierung

Wenn ihr einen bestimmten Wunschtermin für eure standesamtliche Trauung habt, solltet ihr euch den so früh wie möglich bei eurem Standesamt reservieren lassen. Vor allem Samstage, besondere Zahlenkombinationen oder Feiertage wie der Valentinstag sind nämlich sehr begehrt und leider kenne ich zu viele Bräute, die ihren Wunsch-Termin nicht bekommen haben. Vor allem, wenn man ausschließlich standesamtlich heiratet ist der Termin ja nochmal um einiges bedeutsamer.

Wie läuft das ab?

Einen Termin für die Trauung bekommt ihr zwar eigentlich erst bei der Anmeldung zur Eheschließung fest zugeteilt (die 6 Monate im Voraus möglich ist), aber bei vielen Standesämtern könnt ihr schon ein Jahr vorher oder noch früher eine Reservierung für euren Termin einreichen, die dann durch die Anmeldung zur Eheschließung fest wird. Das kann auch telefonisch erfolgen, bedarf aber meistens einer schriftlichen Bestätigung (z.B. als E-Mail). Am besten du durchstöberst mal die Website eures Standesamtes. Falls ihr euch fragt, welches Standesamt für euch zuständig ist, es ist das Amt, in dessen Zuständigkeitsbereich einer von euch beiden seinen Haupt- oder Nebenwohnsitz hat.

Was benötige ich?

Gar nichts (Juhu!), nur ein Telefon oder eine Email-Adresse 🙂

2 – Das Aufgebot

     (Die Anmeldung zur Eheschließung)

Beim Aufgebot wird überprüft, ob ihr heiraten dürft, also unverheiratet seid und ob eure Angaben alle stimmen. Nach dieser „Prüfung“ durch den Standesbeamten/die Standesbeamtin ist eine Eheschließung innerhalb von 6 Monaten möglich. Falls diese Frist verstreicht, müsst ihr erneut ein Aufgebot machen.

Wie läuft das ab?

Zuerst einmal begrüßt man den Standesbeamten, um ihm gute Laune zu verschaffen. Okay, das ist natürlich freiwillig. Wir haben uns jedenfalls begrüßt, uns hingesetzt und dann wollte der Standesbeamte unsere gesammelten Dokumente sehen. (Das war auch wirklich harte Arbeit, alle Sachen bei vier verschiedenen Behörden zusammen zu tragen! :P)

Dann fing er an, die Daten, die dort standen, in ein Dokument einzutippen. Er fragte auch nach, ob wir schonmal verheiratet gewesen waren oder schon Kinder hätten. Dann konnte man entscheiden, ob man seine Religionszugehörigkeit bei der Trauung verlesen lassen möchte oder nicht. Er fragte nach unserem geplanten gemeinsamen Ehenamen und wies uns darauf hin, dass es 30€ kosten wird, wenn ich meinen Namen erst nachträglich ändern lasse (Ich möchte meinen eigenen Namen bis zu unserer kirchlichen Trauung behalten). Weiter fragte er, ob wir schon ein Stammbuch hätten (haben wir, wie du hier nachlesen kannst) und in welchem Format wir unsere Ehe-Uhrkunde haben möchten (A4 oder A5),  aber Achtung: Nicht in jedem Standesamt kann man das aussuchen! Nach der letzten Frage, nämlich wie viele Ehe-Urkunden wir möchten, überprüften wir nochmal alle unsere Angaben auf Richtigkeit und er druckte uns eine Bestätigung über die Anmeldung zur Eheschließung aus, die wir dann mit Vor- und Zunamen unterschreiben sollten.

 

Nachdem er eine Kopie all unserer eingereichten Dokumente angefertigt hatte, bekamen wir diese wieder ausgehändigt. Im Gegenzug händigten wir ihm dann unser Geld aus. Wie viel genau die einzelnen Dinge gekostet haben, habe ich mal hier aufgelistet:

Anmeldung zur Eheschließung – 44€

Durchführung der Eheschließung – 40€

Eheurkunde – 11€

2. Eheurkunde – 5,50€

(Bei Lehrern möchte die ADD immer ein Original der Ehe-Urkunde, daher haben wir die zweite gleich dazugenommen, da sie so noch 50% weniger kostet)

Insgesamt: 100,50 €

Nach der „Geldübergabe“ erhielten wir ein Präsent vom Standesamt (ein Kochbuch – das scheint weit verbreitet zu sein :D)  und die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Wirklich viele hatten wir nicht, also verabschiedeten wir uns kurz darauf.

Was benötige ich?

(Hinweis: Dies gilt für alle kinderlosen deutschen Staatsbürger, die zum ersten Mal heiraten.)

  • Personalausweise
  • Meldebescheinigungen (bei uns 8€)

Personen die im Standesamt heiraten, in dem sie auch gemeldet sind, benötigen keine gesonderte Meldebescheinigung, alle anderen bekommen diese in ihrem zuständigen Bürgeramt.

  • Auszug aus dem Geburtenregister (bei uns jeweils 11€)

Eine Geburtsurkunde reicht hier nicht aus. Den Auszug aus dem Geburtenregister bekommt ihr jeweils im Rathaus eures eingetragenen Geburtsorts.

3 – Die Eheschließung

Was ist das?

Die Eheschließung ist die eigentliche standesamtliche Hochzeit, nach der ihr euch offiziell als „verheiratet“ betiteln dürft. :)♥

Was benötige ich?

Es empfiehlt sich das Stammbuch mitzunehmen (falls man es schon vorher gekauft hat), um die wichtigen Dokumente gleich am richtigen Ort zu haben. Ansonsten wird bei der Eheschließung nichts mehr benötigt.

 

Wie läuft das ab?

Es gibt eine Ansprache vom Standesbeamten. Ihr werdet gefragt, ob ihr heiraten wollt und hier solltet ihr auf KEINEN FALL „Nein“ sagen. Wie sagt unser Fotograf so schön: „Ein „Nein“ auch nur im Scherze, beendet die Veranstaltung sofort!“

Anschließend dürft ihr unterschreiben (wenn ihr eine Namensänderung beantragt habt auch schon direkt mit neuem Namen).

Wie genau das alles ablaufen soll, falls ihr z.B. auch Musik wollt, einen Einzug mit Brautkleid etc. könnt ihr bereits bei der Anmeldung zur Eheschließung festlegen – das ist dann ja ganz individuell möglich.

 

Und das war es auch schon! Wenn ihr diese drei Schritte getan habt, seid ihr, Kraft des dem Standesbeamten verliehenen Amtes, Mann und Frau!

 

 

Jetzt geht raus und heiratet! 😀

Alles Liebe,

Frau Leonhard

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